„Wie langweilig! Ich meditiere seit 2015, aber es passiert überhaupt nichts. Warum sollte ich überhaupt weitermachen?“

Eine ähnliche Frage habe ich mir während meiner Meditations-Praxis gestellt und jetzt, wenn die Langeweile die Überhand ergreift, halte ich alle meine fünf Sinne in einer passiven Haltung.

Dies ist die schwierigste und ergiebigste Art und Weise, aktiv Langeweile zu hinterfragen.

Mit einer passiven Haltung gegen die Langeweile, bist Du präsent, ohne dass Du von anderen Gedanken abgelenkt wirst.
Sei passiv und spüre die Empfindungen, die die Langeweile hervorbringt.
Sei passiv und prüfe, ob dabei Dein Wesen respektiert und Deine Absicht gestärkt wird.
Sei passiv und akzeptiere, dass etwas Deine Aufmerksamkeit braucht.
Sei passiv und stelle fest, dass Du dabei Deine Lebensenergie freimachst.

Meditation is powerful

Vertrauensvoll im innerer Stimme, Bild von Heiner H. Schmitt/ Coopzeitung

Für einige von uns ist diese Haltung schwierig beizubehalten. Es impliziert, dass wir die Art und Weise, wie wir mit der Langeweile umgehen, ändern müssen: anstatt frustriert zu sein, dass überhaupt nichts passiert, beobachtest Du lieber und stellst fest, was geschieht.

Es ist sicher leichter zu sagen, dass es nicht funktioniert und sich zu bemitleiden.
Es ist einfacher, als zu beobachten und in die Meditations-Praxis einzutauchen.
Es ist einfacher, als einen nützlichen Vorschlag bei einer erfahrenen Person nachzufragen.
Viel einfacher als sich selbst zu vertrauen und die Absicht zu pflegen, diese Praxis fortzuführen.

Die Konsequenz ist, dass ich etwas Anderes tue und in einer Spirale gelange, die mir die derzeitigen und künftigen Praktiken verunmöglicht.
Diese Verhaltensspirale wird mit qualitativen Urteile, Erwartungen und Vergleiche genährt. Der Nebeneffekt: die Langeweile wird gestärkt, Dein Selbstwertgefühl nimmt gleichzeitig ab.
Diese Haltung nährt auch die automatischen Handlungen und sorgt für einen gewissen Abstand zwischen Kopf, Herz und Bauch.

Es wird uns ablenken und vom Kern der Praxis entfernen.
Weg von unserer inneren Stimme.
Weg von unseren Emotionen.
Weg von unserer Absicht.
Weg von unsereninstinktiven Handlungen.

Also das nächste Mal, wenn Du Langeweile fühlst, nimm eine aktive Haltung ein und lass‘ deine Sinne in einem passiven Zustand verweilen. Lass Deine innere Stimme sich manifestieren. Du kannst über Deine Praxis nachdenken ohne zu urteilen oder bestimmte Erwartungen zu haben. Ändere Deine Art und Weise, wie Du mit der Langeweile umgehst. Und fragt Dich, wieso Du Deine Meditations-Praxis begonnen hast. Gib ihr wieder und wieder eine Chance! Du wirst die Signale deines kostbares Körpers spüren, folge ihnen! Du wirst mit Selbstverständlichkeit spüren, dass Dein kostbares Körper nicht leiden oder hassen möchte oder unwissend bleiben will! Und Dein Selbstvertrauen wird steigen!

Als diese Frage während den Shiatsu-Sitzungen aufkam, habe ich mit meinen Klienten darauf gearbeitet, mehr Platz im Körper und in den Meridianen zu schaffen. Wir waren auf der Suche nach einer „fliessenden“ Verbindung zwischen Kopf-Herz-Bauch, die für das Wohlbefinden der Kunden notwendig war. Diese Verbindung hat dem Kunden dabei unterstützt, die Situation in eine proaktivere Haltung zu meistern. Die Langeweile sollte angenommen, die Reize neugierig untersucht werden, um wieder in die Praxis eintauchen zu können.

Ich freue mich auf Deine Reaktionen und Rückmeldungen. Ich bin sicher, dass meine Kunden und ich, nicht die einzigen sind, die dieses „langweilige“ Gefühl erlebt haben! Ich danke jedem von euch, der seine Gedanken mit mir teilt.